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Lektion 03a: Das Geld als Maß der Werte

Karl Marx, Das Kapital, Erster Band, S. 109 – 118

Wir wissen bereits, dass das Geld (oder Gold) "der Warenwelt das Material ihres Wertausdrucks" liefert und die "Warenwerte als gleichnamige Größen, qualitativ gleiche und quantitativ vergleichbare" darstellt. Als "allgemeines Maß der Werte", als "spezifische Äquivalentware" wird das Geld zur "notwendigen Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Ware, der Arbeitszeit."*(109)

Dieser Wertausdruck beliebiger Waren ist ihre "Geldform oder ihr Preis". Nur die Geldware selbst "hat dagegen keinen Preis", denn sonst müsste sie sich "auf sich selbst als sein eignes Äquivalent" beziehen. "Der Preis oder die Geldform der Waren" ist, dies betont Marx, nur eine "ideelle oder vorgestellte Form"(110) und kann deshalb in seiner Funktion als Wertmaß durch "nur vorgestelltes oder ideelles Gold"(111) ersetzt werden.

Der Merksatz lautet: "Als Maß der Werte und als Maßstab der Preise verrichtet das Geld zwei ganz verschiedene Funktionen. Maß der Werte ist es als die gesellschaftliche Inkarnation der menschlichen Arbeit, Maßstab der Preise als ein festgesetztes Metallgewicht."(113)

Durch Übereinkunft wird ein bestimmte Goldgewicht zum Preis x, z.B. 1 Unze Gold gleich 1 Pfund Sterling oder 100 Mark. Somit kommt Marx zum Schuss: "Der Preis ist der Geldname der in der Ware vergegenständlichten Arbeit." Hängt so die Wertgröße von der gesellschaftlichen Arbeitszeit ab, so "erscheint dies notwendige Verhältnis als Austauschverhältnis einer Ware mit der außer ihr existierenden Geldware." Dadurch bedingt besteht "die Möglichkeit quantitativer Inkongruenz zwischen Preis und Wertgröße" oder, anders ausgedrückt, durch die Preisform kann der Preis einer Ware von der Wertgröße abweichen.

Durch dieses prinzipielle mögliche Auseinanderfallen von Preis und Wert kann der Preis überhaupt aufhören, Wertausdruck zu sein, und "Dinge, die an und für sich keine Waren sind, z.B. Gewissen, Ehre usw., können ihren Besitzern für Geld feil sein und so durch ihren Preis die Warenform erhalten. Wir merken uns: "Ein Ding kann daher formell einen Preis haben, ohne einen Wert zu haben."(117)

 

Allgemein gilt:

"Die Preisform schließt die Veräußerlichkeit der Waren gegen Geld und die Notwendigkeit dieser Veräußerung ein." Gleichgültig, was da auf den Markt zum Austausch kommt. "Andrerseits funktioniert Gold nur als ideelles Wertmaß, weil es sich bereits im Austauschprozess als Geldware umtreibt." Ohne dieses "harte Geld"(118), die allgemeine Äquivalentware Gold, könnte das Geld seine Funktion als ideelles Maß der Werte, der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit, nicht erfüllen.

 

Fragen zum Verständnis und zur Diskussion:

1) Warum muss in einer warenproduzierenden Gesellschaft das Geld als Mittler des Austauschprozesses auftreten?

2) Warum kann das Wertmaß Geld vom immanenten Wert abweichen?

3) Wodurch kann der Preis oder die Geldform der Waren als Wertmaß vom reellen Geld absehen?

4) Warum hat Geld selbst keinen Preis?

 

* alle Zitate mit Seitenangabe aus Karl Marx, Das Kapital, Erster Band, MEW 23

 


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